Das s5-Bündnis ruft zu Gegenaktivitäten zum „nationalen Antikriegstag“ auf:

Dem Naziaufmarsch am 05.09.09 in Dortmund entgegentreten!

Für den 5. September 2009 mobilisieren die Dortmunder Neonazis
europaweit zum so genannten „nationalen Antikriegstag“. Dieser hat sich
in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Aufmärsche der sich
selbst als „Autonome Nationalisten“ bezeichnenden Nazis entwickelt. Sie
nehmen international eine Vorreiterrolle für die aktionsorientierte
extreme Rechte ein, so dass der Ausgang des Aufmarsches Relevanz für
die kommende Entwicklung der Szene in Deutschland und in Europa haben
wird. Dementsprechend hat dieser Aufmarsch mit „Event-Charakter“ eine
ganz besondere Brisanz, die nicht nur den Dortmunder Nazistrukturen
Aufwind verleihen soll.

Zu diesen jährlich stattfindenden „Aufmärschen“ mobilisierten die
Dortmunder Neonazis zum ersten „nationalen Antikriegstag“ 2005 ca. 200
KameradInnen, 2008 kamen bereits ca. 1100 nach Dortmund. Dabei nahm
auch das Gewaltpotential auf den Demonstrationen massiv zu. Doch nicht
nur im Rahmen der jährlichen Demonstrationen nimmt die Gewalt durch
Neonazis zu. Nach dem traurigen Höhepunkt der Ermordung des Punks
Thomas „Schmuddel“ Schulz sind immer wieder, und das in zunehmendem
Maße, Menschen und Einrichtungen, die nicht in die Ideologie der
Neonazis passen, angegriffen worden. Am 1. Mai 2009 sorgte der Angriff
der Neonazis auf den Demonstrationszug des DGB für bundesweite Aufmerksamkeit.

Bisher stellten Dortmunder Behörden und Polizei diesem eskalierenden
Problem nichts entgegen. Im Gegenteil, sie scheinen hartnäckig darum
bemüht zu sein, die Gefahr, die von Neonazis ausgeht, zu relativieren.
Es scheint Konzept in dieser Stadt zu sein, die gezielten Überfälle
rechter Schlägertrupps zu einem wechselseitigen Rechts-Links-Konflikt
zu verklären, um damit zum einen zu verschleiern von wem hier die
Gewalt ausgeht und zum anderen den Eindruck zu erwecken, dass die
Gesamtgesellschaft sich kaum betroffen bzw. bedroht fühlen muss. In den
letzten Jahren entschied die Dortmunder Polizei immer wieder,
antifaschistischen Protest zu unterbinden, während sie den Neonazis
angenehme Aufmarschbedingungen schuf.

Dabei gerät auch aus dem Blick, dass mit dem Gedenktag
„Antikriegstag“ am 1. September eigentlich an den Überfall Deutschlands
auf Polen erinnert wird. Mit diesem Überfall wurde der 1. September
1939 zum Beginn des deutschen Vernichtungskrieges. Der Gedenktag
„Antikriegstag“ ging dann aus einer Gewerkschaftsinitiative 1957
hervor, die gerade mit Blick auf die Wiederbewaffnung Deutschlands
unter dem Motto „Nie wieder Krieg und nie wieder Faschismus!“ zu
Aktionen aufrief.

Es gilt nicht nur, sich den Neonazis in den Weg zu stellen, sondern
auch die Ursachen des vorherrschenden Problems zu erkennen und dieses
entschieden zu bekämpfen – und das nicht nur am Antikriegstag, sondern
immer und stets!

Deshalb rufen wir dazu auf, sich am 4. und 5. September an den verschiedensten antifaschistischen Aktionen zu beteiligen.

04.09.2009: Vorabenddemo 18.00 Uhr, Hauptbahnhof


05.09.2009: Antifaschistische Demo 11.00 Uhr, Hauptbahnhof


 

Liste der Unterstützer_innen


 

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