Hallo Leute... Zunächst mal ist es schön zu sehen, dass Ihr heute alle gekommen seid! Mit diesem Satz habe ich schon so manche Rede eingeleitet... Heute will er mir kaum über die Lippen gehen... Denn wir alle sind heute hier, weil es in Dortmund mal wieder soweit gekommen ist, dass ein Mensch von Neonazis angegriffen worden ist... Ein Angriff, der sich in eine Kette unzähliger Angriffe einreiht, die hier in Dortmund in immer kürzeren Abständen stattfinden... Doch dieser Angriff sticht durch seine Tragweite erheblich hervor... Denn in diesem Fall trug das Opfer nicht „nur“ Blessuren davon, die mit der Zeit verheilen... Timur (so heißt der Mensch der aktuell auf der Intensivstation noch immer um sein Leben kämpft) wird; sofern er überhaupt überlebt; wohl aufgrund seiner schweren Kopfverletzungen bleibende Hirnschäden davon tragen. Wir alle sind über diese Tat und die mit ihr verbundenen unglaublichen Geringschätzung des Lebens eines Menschen zu tiefst schockiert... Wirklich überraschend kommt dieser Mordversuch allerdings nicht! Wir leben in einer Stadt, die seit Jahren ein immer weiter zunehmendes Naziproblem hat. Selbst staatliche Stellen, die grundsätzlich darum bemüht sind, die Gefahr die von Nazis nunmal ausgeht zu relativieren, müssen eingestehen, dass in Dortmund die größte und mit Abstand aktivste Neonaziszene von ganz NRW beheimatet ist... Was hat man von Leuten zu erwarten, die den NS und die Shoa glorifizieren, die den Mord an Schmuddel durch ihren sog. Kameraden Sven Kahlin als Triumph abfeiern, die bereits unzählige Male völlig arg- und wehrlose Menschen attackiert haben, die Gewalt gegen Andersdenkende als festen Bestandteil ihres politischen Repertoires begreifen, die aktuell im Internet ganz offen prophezeien nach ihrer Machtübernahme wieder Konzentrationslager einzurichten... Faschismus und Mord gehen Hand in Hand und lassen sich nicht voneinander trennen... Wenn Faschisten so große Spielräume gewährt werden, wie dies hier in Dortmund geschieht, ist es nicht verwunderlich, dass sie stetig selbstbewusster und in ihren Aktionen extremer und militanter werden... Die unzähligen, geplanten und straff durchorganisierten Anschläge auf zivile Einrichtungen und friedliche Demonstrationen seitens der organisierten Faschisten aus dem Großraum Dortmund sind hinreichend dokumentiert... Hirsch-Q, Taranta-Babu, Zone 10, HippiH-Haus, Casablanca, Wahlbüros der Grünen bzw. der Linkspartei, Wohnhäuser von Aktivisten des BDgR... All diese Objekte und deren Besucher bzw. Bewohner waren und sind Angriffsziel des NW-Dortmund. Immer wieder haben die Dortmunder Faschisten hier (und bei leibe nicht nur hier) ihr erhebliches Gewaltpotenzial unter Beweis gestellt und in den meisten Fällen waren sie bei ihren Attacken erheblich (teilweise sogar mit scharfen Schusswaffen) bewaffnet... Sachverhalte, die es den Strafverfolgungsbehörden ohne Probleme ermöglichen würden nach dem berüchtigten §129a (Bildung einer terroristischen Vereinigung) gegen den NW-Dortmund und all seine Mitglieder zu ermitteln... Dies geschieht aber nicht... Statt dessen haben Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichte nichts besseres zu tun, als die Anschläge konsequent zu verschweigen, zu relativieren und zu entpolitisieren... Die Opfer werden von staatlicher Seite weder unterstützt noch geschützt, sondern im Gegenteil sie werden völlig allein gelassen und ihnen wird darüber hinaus (wie beispielsweise Im Fall der Hirsch-Q, durch Amtsrichter Esken geschehen) eine Teilschuld für die Anschläge unterstellt... Natürlich sind wir nicht so naiv in den sog. Rechtsstaat zu vertrauen, aber die Art & Weise mit der die offiziellen Stellen dieser Stadt eine konsequente Strafverfolgung gegen den NW-Dortmund unterbinden und verschleppen ist mehr als frappierend und nahezu schon als Mittäterschaft zu werten... Timurs Fall ist hier mehr als typisch... So kann die Dortmunder Staatsanwaltschaft, vetreten durch Karola Jakobs, keinerlei Anhaltspunkte für eine politische Straftat erkennen und mensch darf wohl froh sein, dass ihm nicht auch noch eine Teilschuld für die Attacke unterstellt wird... Der NW-Dortmund, der sich durch die Berichterstattung des WDR und unsere heutige Demo zu einer Stellungnahme genötigt fühlt, versucht genau das zu inszenieren... In seiner Stellungnahme wird von (Zitat) “eventuellem Fehlverhalten des Türken” (Zitat Ende) gesprochen... Eine Piätätlosigkeit sonder gleichen, die bei Nazis zwar nicht verwunderlich ist, die in anderen Fällen der Vergangenheit aber eben auch von den bürgerlichen Medien und der Justiz ausgegangen ist... Es scheint Konzept in dieser Stadt zu sein die gezielten Überfälle rechter Schlägertrupps zu einem wechselseitigen rechts-links Konflikt zu verklären, um damit zum einen zu verschleiern von wem hier wirklich die Gewalt ausgeht, und zum anderen den Eindruck zu erwecken, dass die Gesamtgesellschaft sich kaum betroffen bzw. bedroht fühlen muss. Erst der Angriff der Nazis auf die 1. Mai Demonstration des DGB und damit auf eine etablierte Veranstaltung, hat in dieser Stadt zu einem wirklichen Aufschrei der Medien und der Öffentlichkeit geführt, in dessen Verlauf sich dann auch die Stadtprominenz zu einer eindeutigen Stellungnahme genötigt sah... Die voran gegangenen Attacken, die diesem Überfall in Entschlossenheit und Militanz in nichts nach standen waren dazu anscheinend nicht in der Lage... Dort traf es ja auch lediglich alternative Jugendliche und Teile der linken Infrastruktur dieser Stadt, und eben keine Gerwerkschaftsfunktionäre, die durch ihre traditionelle Nähe zur SPD Einfluß auf das politische Geschehen nehmen können. Diese Heuchelei der Stadtprominenz gilt es hier erneut zu betonen... Das Naziproblem besteht in Dortmund nicht erst seit dem 01.05.2009..! Darüber hinaus stellen die Ereignisse dieses Tages auch keine neue Qualität rechter Gewalt in Dortmund da... Sie sind als das zu benennen, was sie nunmal sind, nämlich ein weiterer Versuch des NW-Dortmund durch gezielte Gewalt Einfluß auf das öffentliche Geschehen dieser Stadt (die sie als die “ihre” bezeichnen) zu nehmen. Uns muss es jetzt darum gehen, unabhängig vom bürgerlichen Mainstream endlich effektiv gegen den NW-Dortmund und seine Untriebe vorzugehen... Es gilt dem NW weder die Straße noch die Aktionshoheit in dieser Stadt zu überlassen... Dortmund gehört ALLEN und nicht diesem Haufen von gewalttätigen pseudo-autonomen Nazis... Dies gilt es durch vielfältigste Aktionen und auch nicht erst im September zu verdeutlichen... Unsere Legitimation dafür beziehen wir aus unserer Liebe zum Leben und unserem Bedürfnis es gegen all seine Verächter jeglicher Couleur zu verteidigen...! In der Vergangenheit wurde dieses Bedürfnis in der Kernaussage des Schwur von Buchenwald in deutliche Worte gefasst: „Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht. Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. Das sind wir unseren gemordeten Kameraden und ihren Angehörigen schuldig“ Schließen möchte ich mit besten Genesungswünschen an Timur und ich hoffe aus ganzem Herzen, dass wir die Gelegenheit haben werden uns in einiger Zeit im Westpark persönlich kennen zu lernen...
Halte durch! Wir sind in unser aller Bewusstsein und Herzen BEI DIR!!! NIEMAND WIRD VERGESSEN!!!
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